Nicht länger hinnehmbar: Gewalt an Frauen
25. November 2025
Gewalt gegen Frauen: Eine Realität, die wir nicht länger ignorieren dürfen.
Das sagt die iranische Künstlerin Taraneh Amini zum “Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen” und schickt uns eines ihrer Werke:

Sie schreibt uns:
Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelfall und keine private Angelegenheit – sie ist eine globale Menschenrechtsverletzung. Weltweit erlebt jede dritte Frau körperliche, psychische oder sexualisierte Gewalt. Viele Betroffene schweigen – aus Angst, aus Scham oder weil ihnen jahrelang vermittelt wurde, dass ihre Stimme keinen Wert hat. Doch Gewalt ist niemals „normal“ und niemals gerechtfertigt. Sie zerstört Leben, Selbstwert, Vertrauen und Zukunft.
Die Formen dieser Gewalt treten in vielen Bereichen auf: körperliche Übergriffe, psychischer Druck, wirtschaftliche Abhängigkeit, soziale Isolation, Zwang, digitale Kontrolle oder sexualisierte Gewalt. Und häufig geschieht sie genau dort, wo Schutz selbstverständlich sein sollte: in Beziehungen und Familien. Ich bin selbst eine Frau – und eine Künstlerin, die dieses Thema seit Jahren künstlerisch und menschlich begleitet. In meinen Bildern beschäftige ich mich mit der Verletzlichkeit, der Identität und der inneren Stärke von Frauen.
Das vorgestellte Gemälde zeigt eine Frau mit verletzten Flügeln – ein Symbol für Schmerz, Unterdrückung und gleichzeitig für Mut und Resilienz. Auch wenn ihre Flügel Narben tragen, bleibt die Sehnsucht nach Freiheit lebendig. Auf meinem Weg habe ich mit vielen Frauen gesprochen – aus Syrien, Afghanistan, Iran, Irak, der Türkei, Saudi-Arabien und anderen Teilen der Welt. Ihre Geschichten unterscheiden sich in Sprache, Kultur und Lebensbedingungen – aber ihr Schmerz ist erschreckend ähnlich. Diese Begegnungen haben mir noch einmal deutlich gemacht:
Etwas muss sich verändern. Frauen müssen ihre Rechte kennen, ihre Würde fühlen und dürfen niemals lernen, Gewalt zu akzeptieren.
Gemeinsam mit meinem Mann, Shahin Rahimi Ghabagh Tapeh, haben wir in den letzten Jahren Frauen und Mädchen unterstützt, die nach Orientierung, Sicherheit oder einer Stimme gesucht haben. Diese Begegnungen haben uns gezeigt: Veränderung beginnt oft im Kleinen – mit Zuhören, Verstehen und solidarischem Handeln.
Am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen erinnern wir nicht nur an die Realität und die Opfer – wir setzen ein Zeichen für Wandel.
Unsere zukünftige Ausstellung aus Malerei und Fotografie wird Geschichten von Frauen sichtbar machen: Geschichten von Schmerz, Mut, Verlust, Heilung, Identität und Freiheit. Sie soll eine Plattform sein – für Erinnerung, Dialog und Transformation.
Meine Hoffnung und mein Ziel sind klar:
Eine Welt, in der Frauen frei leben können. Frei von Gewalt. Frei von Angst. Und frei, ihre Flügel auszubreiten und selbstbestimmt zu leben.
Taraneh Amini (Tishtar Artland, Instagram: tishtar_arland)