Fassungslos
14. Mai 2015
Ich bin aus der Fassung gefallen
Und das schon seit Jahren.
Die Grenzen, die mein Leben beschränken,
Entspringen einem menschenverachtenden Denken.
Es ist eine Gefängnismauer
Hinter der ich kauer‘,
Und trauer‘.
Fassungslos.
Hoffnungslos.
Als kleines Mädchen ging es mir gut.
Damals fehlte mir nicht der Mut.
In der Kindheit war ich unwissend und frei.
Aber es blieb nicht dabei.
Eine Ahnung beschlich mich mehr und mehr.
Mein weiter Horizont verengte sich sehr.
Ich wurde beschränkt und gehemmt
Und in ein überwachtes Leben geklemmt:
Ein Alptraum am Tage
Und ein Monstergedanke in der Nacht!
So vegetiere ich am Tage
Und weine bitterlich in der Nacht.
Warum werde ich in ein Leben gepresst,
Das mir keine Luft zum Atmen lässt?
Warum muss ich einem lieblosen Mann dienen?
Warum muss ich mich an diesem Ort verlieren?
Warum kann ich nicht meinen eigenen Weg gehen?
Warum will das keiner verstehen?
Meine Gedanken behalte ich für mich.
Mein Mann kennt meine Gefühle nicht.
Ich warte auf eine goldene Gelegenheit.
Dann flüchte ich in die Freiheit.
Ich möchte eine Fassung finden,
In die das Bild einer freien Frau passt,
Die Selbstbestimmung und Würde in ihrem Leben hat.
Es wird mir gelingen.
Wenn nur einer mir einen Fluchtweg zeigt,
Dann bin ich bereit.
Bereit zur Flucht.
FLUCHT!
@ Saina Veigel
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